Hedgefonds - Die Basics
"Was sind Hedgefonds?"
Inzwischen sind Hedgefonds in aller Munde, doch was verbirgt sich hinter dem Begriff wirklich?
Klassische Fonds handeln hauptsächlich mit Aktien oder Anleihen und dies zumeinst ohne die Aufnahme
von zusätzlichem Fremdkapital. Daraus schließt sich, dass es sich auch fast ausschließlich nur in
Phasen steigenden Aktien- bzw. Anleihemärkte lohnt in diese Anlageklasse zu investieren. Das Einzige,
was dem klassischen Fonds in einer Baisse bleibt, um die Verluste zu verringern oder wenigstens einen
kleinen Gewinn einzufahren, ist den Barbestand drastisch zu erhöhen oder ausgewählte, auch in schwachen
Marktphasen haussierende Aktien zu kaufen.
Bei der Anlageform der Hedgefonds verhält sich das Ganze anders, hier muss der Markt nicht zwangsweise
steigen. Es können Gewinne sowohl in Baisse-, Hausse-zeiten als auch in Phasen von Seitwärtsbewegungen
eingefahren werden.
Sie sollen durch gezieltes "Hedging" den Investor absichern. Es gibt dabei die unterschiedlichsten
Anlagestile, welche jeweils von Hedgefonds zu Hedgefonds variieren. So gibt es beispielsweise
Arbitragegeschäfte.
"Arbitrage-Geschäfte?"
Hier werden Preisdifferenzen ausgenutzt (wenn zum Beispiel eine Aktie in Düsseldorf 40 Euro kostet und in
Frankfurt 39,8 Euro, dann werden gleichzeitig in Frankfurt die Papiere gekauft, während sie in Düsseldorf
verkauft werden) und aus diesem Geschäft relativ sichere Gewinne eingefahren. Da Hedgefonds zudem meist mit
viel Fremdkapital arbeiten, können selbst kleinste Preisunterschiede gewinnbringend "beseitigt" werden.
Während diese Form der Hedgefonds allgemein akzeptiert und erwünscht ist, sind Hedgefonds allgemein
dennoch eher umstritten.
"Wieso sind Hedgefonds umstritten?"
Da sie zum einen auf so ziemlich allen Märkten (Aktien-, Anleihe-, Rohstoff- und Devisenmarkt) vertreten
sind und zudem eine starke Kapitalbasis haben, können sie allein durch ihre schiere Größe Märkte in die
eine oder die andere Richtung bewegen. Das bedeutet nicht nur, dass Finanzblasen, durch die Hedgefonds
angeheizt, entstehen, sondern dass auch Währungen "abgeschossen" werden können oder es, bei einer falsch
aufgegangenem Taktik eines großen Hedgefonds, zu einem Finanzmarktcrash kommen kann (so geschehen 1998
bei Long-Term Capital Management).